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Düngeverordnung – Rote Gebiete und dann?

Spätestens zum 1. Januar 2021 treten alle neuen Regularien zur Novellierung der Düngeverordnung in Kraft. Ab dann gilt es den festgesetzten Anforderungen gerecht zu werden. Für uns als IG Pflanzenzucht und somit Vertriebsorganisation mittelständischer Pflanzenzüchter stellt sich die Frage, welchen Beitrag kann die Züchtung im Hinblick auf die Düngeverordnung leisten. Besonders gravierend werden die Einschnitte in den sogenannten roten Gebieten und die damit einhergehenden Beschränkungen hinsichtlich des Düngeniveaus sein. Für die Landwirtschaft dürfte von entscheidender Bedeutung sein, welche Erträge sowie Qualitäten lassen sich zukünftig noch erzeugen? Vor diesem Hintergrund ist es für Landwirte schon jetzt wichtig, sich mit der Anbauplanung zur Herbstaussaat 2020 zu beschäftigen.

Sortenwahl

Bei der Sortenwahl gibt es mehrere mögliche Ansatzpunkte. Eine Fragestellung lautet: Gibt es Sorten, welche mit dem vorhandenen Stickstoffangebot höhere Erträge sowie bessere Qualitäten erzielen können als andere? Das Stichwort heißt N-effiziente Sorten. Hervorragend eignet sich hier zum Beispiel unser Qualitäts-E-Weizen MOSCHUS, welcher genetisch bedingt höchste Rohproteingehalte bei einem gleichzeitig hohen Ertragsniveau erzielt.

Je nach Absatzmöglichkeiten kann es für die Betriebe auch interessant sein anstatt eines Qualitätsweizens einen Brauweizen zu erzeugen, welcher geringere Anforderungen an das Proteinniveau stellt. Somit lässt sich der zu Verfügung stehende Dünger optimal zur Ertragsbildung einsetzen. Hier eignet sich die Sorte APOSTEL hervorragend als Mehrnutzungsweizen. Durch eine angepasste Düngestrategie lässt sich mit dieser Sorte entweder ein moderner Qualitätsweizen mit hochwertigen Verarbeitungseigenschaften, ein Brauweizen oder ein hoch ertragreicher Futterweizen produzieren.

Im Bereich N-Effizienz sind auch unser proteinreichen A-Weizensorten PATRAS und ACTIVUS zu erwähnen, die neben einem hohen Proteingehalt auch ansprechende Erträge realisieren.

Auch im B-Weizensegment gibt es mittlerweile große Sortenunterschiede, was die Vermarktungssicherheit des Ernteguts betrifft. Hier gibt es eine Reihe von Sorten mit gehobenen Qualitäten im Bezug auf Rohprotein, Fallzahl, Sedimentationswert und vor allem Fallzahlstabilität. Mit unseren B-Weizensorten ARGUMENT und neu WASMOND bieten wir zwei ertragreiche und gesunde Sorten, die zugleich über eine gehobene B-Qualität verfügen.

Fruchtfolge

Ein zusätzlicher Ansatzpunkt ist eine Erweiterung der Fruchtfolge. Für viehhaltende oder Biogas- Betriebe bietet es sich an, eine hoch ertragreiche Triticale , wie z.B. TENDER PZO oder unsere MAXiGPS HERBSTMISCHUNG zur GPS Nutzung anzubauen.

Weiter besteht die Möglichkeit Dinkel in der Fruchtfolge zu integrieren, welcher als abtragende Frucht gilt und somit mit einem geringeren Stickstoffangebot noch relativ gute Erträge erzielen kann.

Düngeverordnung - Rote Gebiete und dann?Anbau von Leguminosen: Auch diese Option sollte in Betracht gezogen werden, da sich diese komplett selbst mit Stickstoff versorgen können. Zudem haben Leguminosen einen sehr guten Vorfruchtwert für die Folgekultur. Wo es die Standortgegebenheiten zulassen, stellt Soja eine hervorragende Alternative dar, um die Fruchtfolge zu erweitern. Die Züchter der IG Pflanzenzucht bieten hier ein breites Portfolio an hoch ertragreichen Sorten für jeden Bedarf und jede Reifegruppe an. Eine relativ neue Alternative stellt der Anbau von Winterackerbohnen wie unserer GL ARABELLA dar. Winterackerbohnen können den oft beschränken Wachstumsfaktor Wasser besser als die Sommerform nutzen. Das Wasser aus der Winterfeuchtigkeit steht dem Pflanzenwachstum durch den Vegetationsvorsprung optimal zur Verfügung.

Dank der Vielfalt an Kulturen und dem kontinuierlichen Sortennachschub der IG Züchter steht die IG Pflanzenzucht an der Seite der Landwirte und bietet Lösungen für gegenwärtigen und auch künftige Herausforderungen im Anbau.