Anbauleitfaden Emmer

Emmer zählt zu den ältesten kultivierten Getreidearten und erlebt seit einigen Jahren eine zunehmende Renaissance in der Landwirtschaft. Als robustes Urgetreide überzeugt Emmer durch seine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standortbedingungen, seine vergleichsweise geringe Anspruchshaltung sowie durch seine Bedeutung für vielfältige Fruchtfolgen.

Der Anbau von Emmer unterscheidet sich in einigen Punkten von modernen Weizenarten. Mit diesem Anbauleitfaden möchten wir einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Emmeranbaus geben – von der Aussaat bis zur Bestandesführung.

Aussaat:

  • Ende September bis November
  • Frühe Saat 130 Vesen / m² — Späte Saat 190 Vesen / m²

Düngung:

Auf Basis der Erfahrungen des Züchters und unter der Berücksichtigung der Düngeverordnung empfehlen wir maximal 110 kg N/ha. Von einer organischen Düngung raten wir ab. Die mineralische Düngung sollte nitratbetont sein (ASS oder KAS) und auf drei Gaben aufgeteilt werden. Je nach Bestand sollte die Startergabe bis zu 50 kg N/ha sein. Die zweite Gabe erfolgt zum Schossen und die dritte, geringste N-Gabe zum Ährenschwellen.

Wachstumsregler (WR):

Emmer reagiert grundsätzlich empfindlich auf WR, benötigt aber trotzdem hohe Aufwandmengen.

  1. Behandlung zu EC 31 (1-Knoten-Stadium): 0,5 Liter / ha Prodax oder Moddus.
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    Wahl des Mittels bitte vom Wetter abhängig machen. Prodax funktioniert auch bei kälterem Wetter
  1. Behandlung zu EC 32 (2-Knoten-Stadium): 0,25 Liter / ha Prodax (möglich bis EC 37 Erscheinen des letzten Blattes / Fahnenblatt) oder Medax Top

Notfallmaßnahme zu EC 39 (Fahnenblatt voll entwickelt) mit Ethephon möglich

Herbizid und Fungizid:

  • Einsatz von Ariane C und U46 für Spätverunkrautung empfehlenswert.
  • Protioconazol mit WR kombinieren. Bitte Schadschwelle beachten und zeitnah behandeln.
  • Fungizid Tebuconazol bei Rostgefahr. Gelbrost darf nicht wandern!
  • Fahnenblatt muss mit systemischen Fungiziden wie z.B. Revytrex Comet sauber gehalten werden.

Besondere Vorsicht bei Mais als Vorfrucht:

  • Auf Fusarium achten. Es muss eine Blütenbehandlung gesetzt werden.

Spurennährstoffe:

  • Mangan (Mn) bei frühem CCC-Einsatz mitnehmen. Bei WR Einsatz 0,3 liter/ha Bor und 0,3 liter/ha Kupfer (Cu) dazu.

       Wichtig: Ausbringung von Spurennährstoffen nicht mit einer Herbizidmaßnahme kombinieren.

Hinweis:
Die Inhalte dieses Anbauleitfadens wurden nach bestem Wissen und auf Grundlage aktueller Erfahrungen erstellt. Eine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Betriebliche, standort- und witterungsbedingte Besonderheiten sind individuell zu berücksichtigen.

Unsere Sortenempfehlung für Ihren erfolgreichen Emmeranbau!

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